Der Weg zu der NGO Prajna und wieder zurück in die Familie

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Schutzsuchende Frauen gelangen auf unterschiedlichem Weg zu unserer indischen Partnerorganisation Prajna Counselling Centre.Viele von ihnen erfahren durch die Radiosendung oder von Freunden und Bekannten von den Hilfsangeboten. Die Frauen ergreifen oftmals selbst Initiative und wenden sich an die NGO.
In anderen Fällen werden Frauen durch die Polizei an die NGO weitergeleitet. Etwa dann, wenn sie oder Angehörige sich an die Polizei wenden oder, wenn Frauen von der Polizei aufgefunden werden.
Manche dieser Frauen haben die Familie verlassen und leben deshalb auf der Straße. Viele von ihnen leiden unter psychischen Problemen.

Das Prajna Counselling Centre wendet sich diesen Frauen zu und sucht individuelle Wege, um den Frauen in ihren jeweiligen Situationen zu helfen. Am Ende steht das Ziel, die Frauen möglichst wieder in ihre Familien zu integrieren und sie auch nach der Reintegration weiterhin zu beraten.

Oftmals kommen die Frauen nicht direkt aus der Stadt Mangalore, in der die NGO ansässig ist. Das Prajna Counselling Centre steht deshalb mit Institutionen aus verschiedenen Destrikten in engem Kontakt.

Wie ein solcher Weg zu der NGO und wieder zurück in die Familie aussehen kann, das verdeutlicht diese Fallgeschichte. Eine Übersetzung aus dem Alltag der NGO Prajna Counselling Centre:

Reshma ist 40 Jahre alt und unverheiratet. Zusammen mit ihren Geschwistern ist sie in einem prekären Umfeld aufgewachsen. Ihre Familie litt unter materieller Not. Reshma lebte mit ihrem Bruder und ihrer Schwester unter einem Dach. Gemeinsam mussten sie schwierige Situationen meistern: Ihre Eltern starben früh, ein Bruder ist an einer Nierenkrankheit erkrankt, eine Schwester kämpfte mit schwerwiegenden psychischen Problemen. Trotz allem regelte Reshma gemeinsam mit ihrer Schwester den Haushalt. 2014 starb ihre Schwester infolge eines Herzinfarkts, unter diesem Verlust litt Reshma schwer.

Nach dem Tod ihrer Schwester fühlte sie sich ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen und nicht imstande, die Verantwortung für den Haushalt alleine zu tragen. Schließlich beschloss Reshma ihr Zuhause zu verlassen. Als Vorwand erzählte sie den Geschwistern, sie wolle einen Tempel besuchen. Zwei Wochen darauf wurde sie von der Polizei gefunden und im Short Stay Home der NGO Prajna Counselling Centre untergebracht. Das Short Stay Home bietet schutzsuchenden Frauen eine temporäre Unterkunft, sowie medizinische Versorgung, Beratung und rechtlichen Beistand.

Nach der Rehabilitation im Short Stay Home äußerte Reshma den Wunsch zu ihrer Familie zurück zukehren. Die Sozialarbeiterinnen kontaktierten die Telefon-Helpline, die für Reshmas Destrikt zuständig ist. So konnte der Kontakt mit den Geschwistern wieder hergestellt werden. Reshma konnte durch die Sozialarbeiterinnen schließlich wieder erfolgreich in die Familie reintegriert werden.
Sie nimmt fortführend an psychologischer Beratung teil, bekommt medizinische Versorgung und kann ihren Alltag seitdem wieder mit Erfolg meistern.

(Um die Person zu schützen, wurde der Name geändert.)

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